Da spricht ein Gericht einem Kindermörder mal eben 3000€ Schmerzensgeld zu weil seine Menschenwürde durch die Androhung von Folter massiv verletzt wurde. Ok, er hatte ein Kind entführt und zu dem Zeitpunkt wusste man noch nicht ob es noch lebt oder tot ist. Gäfgen wollte den Aufenthaltsort nicht preisgeben. Also wurde ihm Folter angedroht. Das macht man ja auch nicht. Ich meine, Hallo? Wie kann man einem netten jungen Mann denn Folter androhen nur weil der ein Kind entführt hat? (Achtung, hier ist überall Ironie enthalten) Im Nachhinein betrachtet war es ja auch überflüssig. Jakob war ja schon tot. Da wäre es doch nicht drauf angekommen noch ein bisschen zu warten, oder?

Ganz ehrlich? Ich kann nicht soviel essen wie ich kotzen möchte bei sowas. Da plädiert einer auf seine Menschenwürde und tritt genau selbige mit den Füßen. Was kommt als nächstes? Klagen jetzt alle Kinderschänder und Mörder auf Verletzung ihrer Würde weil bestimmt irgendein Polizist irgendwann mal sowas gesagt hat wie „Solche wie dich sollte man nicht leben lassen“, „wenn ich könnte wie ich wollte, dann,…“

Bekommen jetzt eigentlich auch die Eltern von Jakob Schmerzensgeld weil sie nachts nicht mehr schlafen können und weil sie nicht mehr zur Ruhe kommen. Oder gar weil man ihnen das Liebste in ihrem Leben auf bestialische Weise genommen hat?

Wenn man sich das mal überlegt, das bringt dieses Monster ein Kind um und das raubt ihm nicht mal eine Nacht den Schlaf. Aber die bloße Androhung von Gewalt ihm gegenüber sorgt für schlechte Träume.

Bei allem Verständnis für unser Rechtssystem, hier bliebe wirklich zu überlegen, ob man solche Kreaturen wie Gäfgen auf dieselbe Stufe Stellen darf wie Menschen. Denn als solches betrachte ich ihn ganz sicher nicht! Jedes Tier hätte man eingeschläfert. Ihn „entschädigt“ man sogar noch!

Mein Gott ist mir schlecht!

Bisher habe ich es eigentlich immer vermieden, hier zu politisieren oder politische Dinge zu kommentieren. Aufgrund der neuesten Katastrophe in Japan und der daraus resultierenden Reaktionen in der politischen Landschaft, möchte ich diesen Umstand ändern.

Ihr werdet hier aber von mir sicherlich nicht hören welche Partei ich toll finde! Das liegt jetzt aber eher daran, dass ich mittlerweile so unglaublich enttäuscht und entsetzt bin, über das, was sich Politiker jeglicher Fraktion herausnehmen, als daran, dass ich etwas verheimlichen wollte.

Aber langsam mit den jungen Pferden. Das ich schon lange nicht mehr wählen gehe weil ich an eine Partei und deren Programm glaube, sondern weil ich wenigstens versucht habe das kleinste Übel für mich herauszufiltern, steht auf einer Seite. Dazu kommt sicher noch, dass ich auf gewisse Weise mittlerweile ein wenig paranoid bin und hinter vielen Dingen eine Art „Verschwörung“ vermute. Das schlimmste ist aber, dass meine Paranoia irgendwie immer wieder bestätigt wird und ich mich tatsächlich fragen muss, wie tief man als Politiker denn noch sinken kann.

Was haben wir momentan?

In Japan – Eine Katastrophe „apokalyptischen“ Ausmaßes! Wahrscheinlich mehr als 15.000 Tote und Verletzte. Wenn’s dumm läuft und das AKW nicht unter Kontrolle gebracht wird, sogar bis zu 35 MIO verstrahlte Menschen. Demzufolge ein Land, das eventuell in kürzester Zeit in die Knie gehen kann. Darüber habe ich aber vorhin schon geschrieben ;-)

In Deutschland – Eine Regierung, die mal kurzfristig und vorübergehend ein paar AKS abschaltet. Um die Sicherheit zu überprüfen! Ja, nee, iss klar. Mir stellt sich die Frage ob oder warum man das nicht früher getan hat? Aber egal, es ist wie es ist. Und dann kommt das, was mich kochen lässt. Wir heben mal eben schnell die Strompreise an, müssen wir ja jetzt weil wir AKWs abschalten! Hallo? Laut angeblichen Experten haben wir aber genug Strom und es entstehen keine zusätzlichen Kosten für die Stromerzeugung. Aber natürlich, wie konnte ich das übersehen? Wir müssen dafür zahlen, das die Kosten für die Abschaltung der AKWs abgedeckt ist. Meiner persönlichen Meinung nach werden die AKWs, bis auf vielleicht 2 oder 3 Ausnahmen, nach den bevorstehenden Landtagswahlen wieder ans Netz gehen. Was aber mit Sicherheit nicht zur Folge haben wird, dass die Strompreise wieder nach unten angepasst werden. Man erlaube es mir, die Frage zu stellen, ob wir hier tatsächlich unsere AKW-Politik überdenken wollen, oder ob wir nur eine hübsche neue Rechtfertigung für Strompreiserhöhungen gesucht und gefunden haben. Bin ich die einzige, die es extrem betroffen macht, dass Wahlkampf auf den Schultern der japanischen Opfer ausgetragen wird? Ach ja, seit dem Erdbeben höre ich, das die Ölpreise sinken, hat das schon Einfluss auf unseren Spritpreis gehabt? Nicht wirklich ^^ Wo der Preis erst mal oben ist, da bleibt er auch oben, ist nun mal so L

Und nein, ich stelle mich hier auch nicht auf Seiten der Opposition. Die haben selbst auch genug Dreck am Stecken.

Ich werde erst wieder an Politik und Parteien glauben können, wenn mich irgendwer überzeugen konnte, dass es nicht um Machterhalt, Geld und wirtschaftliche Interessen geht, sondern um uns Bürger und um unser Land und unsere Zukunft. Genau daran habe ich den Glauben verloren und ich empfinde es als ziemlich übel so desillusioniert zu sein.

Man kennt das, irgendwo auf dieser Welt passiert mal wieder irgendwas. Ein wildgewordener Diktator in Libyen, Bürgerkriege/Aufstände in diversen anderen Ländern, Naturkatastrophen über und über. All dies macht uns kurzfristig betroffen nur um uns dann den Übergang in den eigenen Alltag wieder zu erleichtern. Immerhin geht es uns ja noch gut!

Aber wie ist das, wenn man auf irgendeine Weise doch persönlich betroffen ist, wenn auch nur peripher?

Genau diese Situation erlebe ich momentan durch die Katastrophe in Japan und ich gebe zu, es geht mir näher, als ich zugeben mag. Es ist noch gar nicht sooo lange her, da war ich in Tokio und hatte die Möglichkeit, mir auch mal ein wenig Touristenattraktionen anzuschauen. Ginza Street ist zwar mittlerweile schon sehr vertraut für mich und ich weiß, wo da Starbucks und McDonalds zu finden sind. Ich kenne H&M und weiß, wo ich gute Pizza essen kann. Asakusa habe ich auch kennengelernt und bin durch Gassen und Märkte geschlendert. Ich habe berühmte Plätze und Pflanzen dort gesehen und beheizte Toilettensitze kennengelernt. Aber viel wichtiger ist mir plötzlich, dass ich auch Menschen dort kennen gelernt habe. Arbeitskollegen, mit denen man immer wieder mal Kontakt hat. Ob das nun Menschen sind die man mag, hier denke ich besonders an eine Kollegin von mir, die im Administrativen Bereich arbeitet und immer hilfsbereit ist und ein unwahrscheinlich warmes Lächeln hat, oder Menschen, denen man nicht aufs Fell gucken kann. Ob das nun an Mentalität oder Persönlichkeit liegt, lasse ich mal offen ^^

Und auch wenn man versucht Abstand zu wahren, es gehen einem immer wieder Bilder dieser Menschen durch den Kopf und man fragt sich ständig, ob es irgendwann mal ein Wiedersehen geben kann. Für mich ist dadurch das Ganze irgendwie zu einer persönlichen Angelegenheit geworden die mich nicht wirklich zur Ruhe kommen lässt. Ich stelle fest, dass mir 35 Mio. Menschen näher kommen, nur dadurch, dass ich vielleicht zwei Dutzend davon persönlich kenne.

Was mich fasziniert, ist wie deutlich man die Mentalität der Japaner auch, oder gerade durch dieses Unglück erleben kann. Mal ganz ehrlich, diese stoische Ruhe und der unbedingte Wille zur Normalität zurückzukehren, ist erstaunlich und gleichzeitig befremdlich für mich. Meine japanischen Kollegen gehen jeden Tag in Tokio ins Büro und sorgen dafür, dass Versandpapiere und Ursprungszeugnisse beikommen und man versucht alles am Laufen zu halten. Wenn ich so nah an einem „kaputten“ AKW wohnen würde, und man nicht mal sicher wüsste, ob es dort nicht zu einer Kernschmelze käme, wie egal wäre mir in dem Moment wohl mein Job? Ich würde wohl versuchen, meine Familie und mich in Sicherheit zu bringen egal ob ich dadurch Probleme bei einer ausländischen Tochterfirma verursachen würde.

Ich lerne es gerade, diese Ruhe und Gelassenheit zu bewundern, über die ich mich in so manchen Situationen früher geärgert habe.

An dieser Stelle beende ich dieses Posting und verkneife es mir, darüber zu philosophieren, was als Folge des Atomunglücks bei uns hier in Deutschland passiert. Denn die betroffenen Menschen in Japan haben es nicht verdient, dass man ihr Unglück banalisiert, indem man auf ihrem Rücken Wahlkämpfe austrägt! Das werde ich in einem separaten Posting behandeln ^^

Meine Gedanken sind bei Euch, liebe Kollegen in Tokio/Kitakata/Odate! Ich wünsche Euch die Kraft und den Mut, dies alles zu überstehen und wieder ohne Angst leben zu können.

Jawohl, ich bin tatsächlich noch ein zweites Mal dort gewesen, am Ort meiner bewussten Folterung. Denn so kommt mir das irgendwie schon vor.

Nachdem ich vor der Stunde unseren Kursleiter von meinen Problemen in Kenntnis gesetzt hatte, meinte er, ich solle diesmal ganz genau darauf achten, wann das wieder vorkommt. Hab ich auch getan und festgestellt, dass es wohl der Schulterstand direkt gefolgt vom Fisch war, der mich aus der Bahn geworfen hat. Jedenfalls wurde mir wieder schlecht und ich durfte die restliche Stunde ausruhenderweise verbringen. Laut unserem Kursleiter soll ich mir jetzt die Schilddrüse untersuchen lassen, da diese Übungen auf ein massives Problem mit selbiger hinweisen würden. Ok, als vor nicht mal einem Jahr alles getestet wurde, war die zwar noch völlig in Ordnung, aber was kann nicht alles von heute auf morgen so passieren? ^^

Das dritte Mal hab ich dann geschwänzt und beim vierten Mal, hm, irgendwas war da auch warum ich mich gedrückt habe.

Na ja, so wie es aussieht und wie ich mich kenne, habe ich 110€ in den Sand gesetzt und Yoga scheint wohl doch nicht die perfekte Sportart für mich zu sein. Ich mag nicht jedes Mal halb tot nach Hause kommen, nur weil ich meinte, Sport machen zu müssen. Ich fürchte also, es gibt sie wohl doch nicht, die für mich perfekte Sportart. Außer natürlich Extremcouching oder sowas ;-)

Gestern war es soweit, ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben aufgerafft, einen Yoga-Kurs zu besuchen.

Allein die Fahrt dorthin war schon ziemlich spannend. Ich wusste nicht, dass es in Bielefeld soviele komische Feldwege gibt und mein Navi hat mich durch Wohnsiedlungen gelotst, bei denen ich wohl selbst tagsüber ein mulmiges Gefühl gehabt hätte. Zugegeben, vielleicht wäre es alles etwas einfacher, wenn ich mich in Bielefeld besser auskennen würde und somit nicht blind dem Navi hätte folgen müssen. Aber egal, ich bin ja heil angekommen.

Der Kurs findet in einem netten alten Gebäude statt und die Atmosphäre war wirklich gemütlich. Der Raum war auch voll bis zur letzten Isomatte. Hier ist der Punkt, an dem ich zugeben muss, dass ich wohl doch von Vorteilen behaftet bin! Jedenfalls war ich extrem überrascht, wie viele Männer mit dabei waren. Und das ganz ohne offensichtlich erkennbaren Zwang. Im Gegenteil, es war einigen sogar anzumerken, wie sehr sie sich auf den Kurs freuten.

Auch der Kursleiter ist männlich. Aber genau so habe ich mir einen Yogalehrer vorgestellt. Klein, mit Buddabauchkugel, weisser Hose und sonnengelbem Sweatshirt. Halbglatze und, öhm, ja, hm, hatte er einen Bart? Ich glaube schon, bin mir aber nicht sicher. Ein Typ, so irgendwo in den Fünfzigern. Nach einer kurzen Vorstellung, in der er erzählte was Yoga so ist und wo es herkommt, ging es auch gleich mit Entspannung zum „ankommen“ los.

Dieser Entspannung konnte ich problemlos folgen und ich hab noch nicht mal mehr gefroren, was ich sonst eigentlich immer tue! Gut, genug entspannt und auf geht’s zum Morgengruß, oder hieß das Ding jetzt Sonnengruß? Keine Ahnung, aber egal, das war der Punkt, an dem ich bereits üble Ahnungen hatte bezüglich meiner Kondition und Yoga. Schnelle Bewegungen aus knienden in stehend gestreckte Positionen sind irgendwie nicht wirklich gut für meinen Kreislauf. Aber egal, Augen zu und durch. Danach durfte ich mich ja auch hinsetzen und es ging zur Wechselatmung über. Und die hat mir nicht wirklich gut getan. Jedenfalls ging es danach schon los, dass mir irgendwie schwindelig und schlecht wurde. Da die nächsten Übungen aber liegend, bzw langsam waren, hab ich grad noch so mithalten können. Geendet hat es allerdings als ich aus der Rückenlage schaukelnd in eine Sitzposition kommen sollte. Da war aus mit lustig und ich habe erst mal die nächsten Übungen ignoriert und mich ganz darauf konzentriert nicht quer über die weiße Hose des Kursleiters zu kotzen.

Da wir uns aber sowieso fast am Ende der Stunde befanden, war das alles nicht so schlimm, dachte ich jedenfalls. Noch ein bisschen Meditation und Entspannung, das muss ja wohl noch drin sein! War es auch, solange, bis ich wieder aus der liegenden in die sitzende Position überging. Da erwischte sie mich wieder, meine alte Freundin, die Übelkeit begleitet von Schwindel. Jetzt gehöre ich dummerweise zu den Menschen, die sich nicht gerne anmerken lassen, wenn irgendwas nicht stimmt. Also habe ich mit einiger Mühe meine Schuhe angezogen, meine Jacke geschnappt und bin nach Hause gefahren. Fragt mich jetzt bitte nicht, wie ich da angekommen bin! Ich war jedenfalls nicht mehr in der Lage, mein Auto in die Garage zu fahren. Da lag natürlich der Entschluss nahe, Micha ordentlich zu erschrecken. Was mir definitiv auch herausragend gelang. Ich glaube, er hat mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass ich halb tot durchs Treppenhaus geschlichen komme und kurz vorm Kotzen bin und auch noch am ganzen Körper zittere. Das war ein Effekt, den wir uns beide nicht wirklich von meinem Yoga erwartet hatten. Nach einer guten Stunde, ein paar MCP Tropfen und leidender Rückenlage auf dem Sofa ging es mir dann aber auch besser und ich konnte Micha wenigstens erzählen, dass mir keiner was getan hat und Yoga eigentlich nicht sooooo anstrengend ist.

Ganz ehrlich? Ich hab keine Ahnung warum ich da fast umgekippt bin aber ich werde es herausfinden! Spätestens nächsten Montag wenn ich wieder hingehen werde! Sollte mein Kreislauf dann wieder schlapp machen, dann fang ich vielleicht eine andere Sportart an. Sowas wie Extremhäkeln oder Couching für Fortgeschrittene.

Ob ich wohl irgendwann mal eine Sportart finde, die nicht anstrengend ist, gut für die Figur, Spaß macht und mich obendrein nicht aus den Socken haut? Aber ich werde nicht aufgeben, NIEMALS, oder jedenfalls nicht so schnell ;-)

Ich wünsche euch allen ganz viel Glück, Freude und Gesundheit für das kommende Jahr!

Wie so oft beginnt man das neue Jahr mit guten Vorsätzen und beschließt das Alte mit denselben, meist bleiben es die gleichen weil man sie vom Vorjahr ja noch übrig hat ;-)

Ich hab jetzt mal so überlegt, was ich mir denn so vornehmen könnte und festgestellt, ich bin todlangweilig und das auch noch gerne. Ich rauche nicht mehr, trinke kaum Alkohol, lebe monogam und gehe Abends früh schlafen. Aber immerhin eines fiel mir dann doch noch ein, ich werde mehr Sport treiben und etwas bewusste essen, nehm ich mir jedenfalls mal vor. Da ich ab nächsten Montag meinen ersten Yogakurs besuchen werde, sollte wenigstens der eine Punkt schnell eingelöst sein. Wegen dem Essen, na ja, ich arbeite daran und habe mir heute die „Ampelkarte“ ausgedruckt.

Was ist denn eine Ampelkarte? Das habe ich mich bis gestern auch gefragt, heute weiss ich es. Man sollte mit dem Ding einfacher gesund einkaufen gehen. Laut „Schau Dich schlau“ soll das ganz einfach sein. Immerhin ist das fast eine Kindersendung und somit sollte auch ich in der Lage sein, zu entscheiden, wie gesund wohl das ein oder andere Lebensmittelchen ist. Ok, das bedeutet für mich jetzt nicht, dass ich nur noch gesund einkaufen, nein, weit gefehlt! Aber immerhin weiss ich dann ab sofort, dass es ungesund ist was ich grad esse. Ob das hilft? Hallo? Placebos funktionieren auch und vielleicht hat die Karte dann irgendwann doch mal einen abschreckenden Erfolg bei mir ^^

Ok, was ist noch gut am neuen Jahr?

Ganz einfach, endlich keine Weihnachtslieder mehr! So nett das auch zu Beginn der Weihnachtszeit ist, irgendwann bekomme ich Whampickel und Band-Aid-Pusteln. Und ich sage Euch, der Juckreiz ist übelst! Allerdings hätte ich da eigentlich noch ein Lied im Kopf, welches von mir aus gerne von jeglichen Playlists gestrichen werden dürfte. „Somewhere over the rainbow“ Dieses Lied treibt mich in den Wahnsinn! Ich bin relativ schmerzresistent wenn es um Musik geht. Mittlerweile 7 Jahre mit Micha töten viele Hörnerven im Ohr ab ^^ Aber dieses Lied, ich werde es nie kapieren! Es passt für mich in keine meiner Lebenssituationen, gut, ich bin nicht suizidgefährdet, vielleicht würde es dann passen, aber so? Ja, es tut mir leid, dass der arme Sänger tot ist und es tut mir auch leid, dass er so krank war und dass er kein Geld hatte und vor allem tut es mir leid, dass er dieses Lied gesungen hat! Eigentlich habe ich gehofft, dass es mit der Weihnachtszeit auch in der Versenkung verschwindet. Es lief heute aber schon 3x im Radio, ich fürchte, das wird noch dauern L

Ach ja, und dann ist da noch ein guter Vorsatz: Ich möchte dieses Jahr öfter hier schreiben. Mal gucken, was mir besser gelingt, gesünder essen oder mehr schreiben ;-)

In diesem Sinne, man liest sich und immer dran denken, es gibt immer einen, dem es schlechter geht als einem selbst ;-)

Überall leuchten die Lichter. Weihnachtslieder klingen durch die Stadt und der Geruch von Glühwein begleitet einem beim Bummel durch die Straßen. Obendrein schneit es hier! Was ich persönlich für eine Frechheit halte. Warum bin ich bitte nach Bielefeld gezogen? Sicher, auch aus partnerschaftlichen Gründen, aber vor allem doch wohl wegen dem Wetter! Also gut, eigentlich ja eher trotz und nicht wegen des Wetters ;-)

Es war so schön die Eingeborenen hier immer aufziehen zu können mit Sprüchen wie „Hier erkennt man Sommer und Winter auch nur an der unterschiedlichen Temperatur des Regens“. Und nu? Nix Regen! Nein, Schnee, so richtig weiß und kalt. Vor allem schon seit drei Tagen immer der gleiche Schnee. Also Schnee, der nicht sofort wieder schmilzt, sondern der die Häuser und Gärten wie Puderzucker bestäubt hat und sich tapfer dort hält und mir somit die Grundlage für meinen Winter-Bielefeld-Spott nimmt. Ich bin empört ;-)

Allerdings erkennt man die Weihnachtszeit auch eindeutig daran, dass wieder überall um Spenden geworben wird. Da ich ja nun eindeutig ein Verfechter von Spenden vor der eigenen Haustür bin, möchte ich hier wieder einen kleinen Link in Erinnerung rufen, der genau dort ansetzt:

http://www.lichtblicke.de/

So, und schon bin ich wieder im Vorweihnachtsstreß verschwunden ;-)

Geht es nur mir so und ich bekomme Gänsehaut wenn ich die Diskussion um Gentests an Föten mitbekomme? Auch wenn es „nur“ um Föten durch künstliche Befruchtung geht, Gänsehaut hab ich trotzdem.

Es ist nicht so, dass ich kein Verständnis für den Grundgedanken dahinter hätte. Schließlich wollen wir ja alle gesunde und hübsche Kinder haben. Aber gibt uns das denn das Recht „unwertes“ Leben vorzeitig zu beenden? Und wo fängt wertvoll an und wo unwert? Selbst wenn man da sehr enge Auslegungsgrenzen setzt, es wird immer wieder Möglichkeiten geben diese zu umgehen oder zu erweitern.

Wo geht das in Zukunft hin? Kommt irgendwann der Punkt, wo man ein Fötus aussortiert wird weil er genetisch nachgewiesen einer höheren Krebsgefahr ausgesetzt ist als der Durchschnitt der Bundesbürger? Oder geht das sogar dahin, dass irgendwann eben aussortiert wird, was die falsche Augenfarbe hat?

Und selbst wenn der Fötus genetisch erwiesen eine Behinderung hat, nehmen wir das Down-Syndrom, woher, zum Teufel, nehme ich mir das Recht zu entscheiden, dass dieses Leben nicht lebenswert ist? Ich will unbedingt ein Kind, nehme den schweren Weg der künstlichen Befruchtung auf mich und dann wird aber bitte auch nur eingepflanzt was nachgewiesen gesund ist?

So sehr das alles momentan auch verharmlost dargestellt wird, ich habe eine Heidenangst vor dem, was da noch auf uns zukommen kann!

Aber einer Sache bin ich mir sehr bewusst. Nämlich wie unendlich dankbar ich bin, dass ich selber zwei so tolle und gesunde Kinder habe.

Da fällt mir aber grade noch etwas ein, was mich irgendwie noch viel mehr erschreckt. Als mein Sohn auf die Welt kam, hatte er 6 Tage nach der Entbindung eine Hirnhautentzündung. Niemand wusste ob er überlebt und wenn ja, was für Folgen auftreten würden. 0,2 % der Kinder in dem Alter mit dem Krankheitsbild überleben ohne jegliche Folgen. Sebastian ist einer davon und ich bin so unendlich dankbar dafür. Aber selbst bei dieser düsteren Prognose damals, ich habe nicht den Bruchteil einer Sekunde darüber nachgedacht, ob es nicht besser wäre wenn er tot wäre. Nicht mal im Ansatz hatte ich einen solchen Gedanken. Und jetzt soll aufgrund Gentests entschieden werden können ob wertes oder unwertes Leben? Scheiße, wo bleibt denn da die Hoffnung und der Wille zur Hoffnung? Und wo der Mut?

Und vor allem, ich finde es ja ganz toll, dass man sich Gedanken macht, wie man genetisch schwere Behinderungen bei künstlichen Befruchtungen nachweisen kann und somit den werdenden Eltern die Chance auf Ja oder Nein gibt. Aber das ändert nichts daran, dass nach wie vor jeder Hinz und Kunz x Kinder auf natürlichem Weg in die Welt setzen kann und diese nach der Geburt sicher wesentlich schlechter dran sind, als ein Kind mit Behinderung es je sein könnte. Man erfindet sozusagen einen „Wunschkatalog“ für Eltern aber eine Art Führerschein für selbige gibt es nicht.

Vielleicht bin ich naiv, vielleicht engstirnig, aber auf jeden Fall macht mir das eine Heidenangst!

 

Na ja, ich finde ja schon. In Maßen und im richtigen Kreis ist jammern durchaus ok. Darin sind wir Deutschen ja schließlich so richtig gut. Wir jammern gerne und vor allem, auf hohem Niveau. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem sollten wir uns überlegen, ob Gejammer der Situation angemessen ist.

So auch bei dem Bäcker, wo ich mir fast jeden Morgen mein Frühstück hole. Die Filialleiterin dort ist wirklich nicht zu beneiden. Viele krankheitsbedingte Ausfälle ihrer Leute, keine wirkliche Hilfe von der Zentrale und obendrein noch einen Mann zuhause, der ständig meckert weil sie so viel arbeitet. Woher ich das weiß? Naja, sie erzählt das alles jedem Kunden und jeden Morgen. Die ersten Male konnte ich noch Interesse und Mitleid glaubhaft bekunden. Immerhin muss ich nur 1x Butter zahlen, wenn ich 2x Brötchen mit Butter kaufe, da kann auch ich mal nett sein ^^

Aber spätestens ab dem 10x wird es anstrengend. Und ganz ehrlich? Wenn ich einen Job hätte, der mich so ankotzt und wo ich (meiner Meinung nach) derart ausgenutzt werde, dann sollte ich vielleicht, aber auch nur vielleicht, Bemühungen unternehmen, etwas anderes zu suchen. Aber nein, weit gefehlt. Lieber hängt man ja in seinem ach so großen Leid fest und jammert. Und hier, ja, genau hier ist der Punkt, wo es mir zu blöd wird. Wenn ich nicht bereit bin etwas zu unternehmen, dann ist der Leidensdruck nicht hoch genug. Und solange dem so ist muss ich doch bitte auch nicht allen Kunden ein Ohr mit der Geschichte abkauen, oder?

Obendrein habe ich auch noch ein minimal anderes Selbstverständnis. Ich sehe es als nicht wirklich passend an, Kunden mit derartigen Geschichten zu „belästigen“. Es ist nicht die Aufgabe des Kunden mich zu trösten sondern es ist meine Aufgabe, als Dienstleister, für das Wohlbefinden meiner Kunden zu sorgen. Und das erreiche ich nicht, wenn ich mein Leid auf die Schultern aller verteile.

Aber vielleicht bin ich auch nur zu wenig mitfühlend. Ach ja, und irgendwie will es mir auch nicht gelingen, mich am Leid anderer selbst aufzurichten. Wenn es hier in der Nähe einen anderen Bäcker gäbe, ich würde jedenfalls ernsthaft überlegen, zukünftig dort einzukaufen.

Ich will doch bloß Brötchen, sonst nichts!

Bin ich deshalb gleichgültig? Nein, denn ich kann nicht der gesamten Menschheit ihr „Leid“ abnehmen. Ich höre mir sowas im Freundes oder Familienkreis an, aber nicht beim Bäcker, Fleischer, Friseur oder an der Tankstelle.

dann kann es unter Umständen daran liegen, dass man selbst einfach zu nett ist. Momentan geht mir jedenfalls langsam die Nettigkeit aus, wenn ich ständig dafür herhalten muss, die schlechte Laune anderer auszubaden. Ja, jeder von uns hat mal einen Scheißtag, jeder von uns hat Tage, da geht einem der Partner so richtig auf die Nerven und jeder hat Tage, an denen einfach alles schief läuft. Aber bitte, muss man das wirklich immer mit in den Beruf bringen und sich dort ein Ventil suchen? Und vor allem, muß das wirklich jeden einzelnen Tag so sein? O.o

Klar, wenn man ein gutes Verhältnis zu den Kollegen hat, dann hat man ja auch mal Mitleid oder Verständnis. Wenn aber jeder Tag zum Minenfeld wird, weil man eben nicht weiß, bei welchem Wort der Kollege in die Luft geht, dann macht das keinen Spaß mehr.

Vor allem dann nicht, wenn betroffene Person selber wohl genau weiß, warum er so scheiße drauf ist, aber keine Ahnung hat, wie er die Ursachen beheben soll, ohne dass es unbequem wird.

Und erzähle mir NIEMALS mehr jemand, Frauen seien zickiger als Männer. So zickig kann ich in meinem ganzen Leben nicht sein, wie mancher Kerl, wenn man ihm aus Versehen auf die Füße tritt.

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