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Gestern war es soweit, ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben aufgerafft, einen Yoga-Kurs zu besuchen.
Allein die Fahrt dorthin war schon ziemlich spannend. Ich wusste nicht, dass es in Bielefeld soviele komische Feldwege gibt und mein Navi hat mich durch Wohnsiedlungen gelotst, bei denen ich wohl selbst tagsüber ein mulmiges Gefühl gehabt hätte. Zugegeben, vielleicht wäre es alles etwas einfacher, wenn ich mich in Bielefeld besser auskennen würde und somit nicht blind dem Navi hätte folgen müssen. Aber egal, ich bin ja heil angekommen.
Der Kurs findet in einem netten alten Gebäude statt und die Atmosphäre war wirklich gemütlich. Der Raum war auch voll bis zur letzten Isomatte. Hier ist der Punkt, an dem ich zugeben muss, dass ich wohl doch von Vorteilen behaftet bin! Jedenfalls war ich extrem überrascht, wie viele Männer mit dabei waren. Und das ganz ohne offensichtlich erkennbaren Zwang. Im Gegenteil, es war einigen sogar anzumerken, wie sehr sie sich auf den Kurs freuten.
Auch der Kursleiter ist männlich. Aber genau so habe ich mir einen Yogalehrer vorgestellt. Klein, mit Buddabauchkugel, weisser Hose und sonnengelbem Sweatshirt. Halbglatze und, öhm, ja, hm, hatte er einen Bart? Ich glaube schon, bin mir aber nicht sicher. Ein Typ, so irgendwo in den Fünfzigern. Nach einer kurzen Vorstellung, in der er erzählte was Yoga so ist und wo es herkommt, ging es auch gleich mit Entspannung zum “ankommen” los.
Dieser Entspannung konnte ich problemlos folgen und ich hab noch nicht mal mehr gefroren, was ich sonst eigentlich immer tue! Gut, genug entspannt und auf geht’s zum Morgengruß, oder hieß das Ding jetzt Sonnengruß? Keine Ahnung, aber egal, das war der Punkt, an dem ich bereits üble Ahnungen hatte bezüglich meiner Kondition und Yoga. Schnelle Bewegungen aus knienden in stehend gestreckte Positionen sind irgendwie nicht wirklich gut für meinen Kreislauf. Aber egal, Augen zu und durch. Danach durfte ich mich ja auch hinsetzen und es ging zur Wechselatmung über. Und die hat mir nicht wirklich gut getan. Jedenfalls ging es danach schon los, dass mir irgendwie schwindelig und schlecht wurde. Da die nächsten Übungen aber liegend, bzw langsam waren, hab ich grad noch so mithalten können. Geendet hat es allerdings als ich aus der Rückenlage schaukelnd in eine Sitzposition kommen sollte. Da war aus mit lustig und ich habe erst mal die nächsten Übungen ignoriert und mich ganz darauf konzentriert nicht quer über die weiße Hose des Kursleiters zu kotzen.
Da wir uns aber sowieso fast am Ende der Stunde befanden, war das alles nicht so schlimm, dachte ich jedenfalls. Noch ein bisschen Meditation und Entspannung, das muss ja wohl noch drin sein! War es auch, solange, bis ich wieder aus der liegenden in die sitzende Position überging. Da erwischte sie mich wieder, meine alte Freundin, die Übelkeit begleitet von Schwindel. Jetzt gehöre ich dummerweise zu den Menschen, die sich nicht gerne anmerken lassen, wenn irgendwas nicht stimmt. Also habe ich mit einiger Mühe meine Schuhe angezogen, meine Jacke geschnappt und bin nach Hause gefahren. Fragt mich jetzt bitte nicht, wie ich da angekommen bin! Ich war jedenfalls nicht mehr in der Lage, mein Auto in die Garage zu fahren. Da lag natürlich der Entschluss nahe, Micha ordentlich zu erschrecken. Was mir definitiv auch herausragend gelang. Ich glaube, er hat mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass ich halb tot durchs Treppenhaus geschlichen komme und kurz vorm Kotzen bin und auch noch am ganzen Körper zittere. Das war ein Effekt, den wir uns beide nicht wirklich von meinem Yoga erwartet hatten. Nach einer guten Stunde, ein paar MCP Tropfen und leidender Rückenlage auf dem Sofa ging es mir dann aber auch besser und ich konnte Micha wenigstens erzählen, dass mir keiner was getan hat und Yoga eigentlich nicht sooooo anstrengend ist.
Ganz ehrlich? Ich hab keine Ahnung warum ich da fast umgekippt bin aber ich werde es herausfinden! Spätestens nächsten Montag wenn ich wieder hingehen werde! Sollte mein Kreislauf dann wieder schlapp machen, dann fang ich vielleicht eine andere Sportart an. Sowas wie Extremhäkeln oder Couching für Fortgeschrittene.
Ob ich wohl irgendwann mal eine Sportart finde, die nicht anstrengend ist, gut für die Figur, Spaß macht und mich obendrein nicht aus den Socken haut? Aber ich werde nicht aufgeben, NIEMALS, oder jedenfalls nicht so schnell

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